2021 Vertical Modelle

Das Vertical Works-Modell hat sich in den letzten Jahren als eines der wettbewerbsfähigsten Trial-Bikes auf dem Markt erwiesen. Ob bei der TrialGP-Weltmeisterschaft oder bei den bekanntesten Ereignissen des Sports, dieses Motorrad hat immer wieder seine beeindruckende Leistung, Zuverlässigkeit und Abstammung unter Beweis gestellt.

Vertigo freut sich nun, seine neueste Entwicklung für die Saison 2021 vorstellen zu können. Das Modell 2021 Works ist ein Motorrad, das von der harten Arbeit und den vielen Verbesserungen der letzten Jahre profitiert. Mit einer umfassenden Auswahl an Motorgrößen von 125 ccm, 200 ccm, 250 ccm und 280 ccm bis zur 300 ccm-Version bieten wir unserer Meinung nach ein Motorrad für alle Fahrer vom Club-Level bis zu den anspruchsvollsten Fahrern auf höchstem Niveau unter allen Bedingungen.

Die Werksfahrer von Vertigo haben zusammen mit unserem Markenbotschafter Dougie Lampkin unermüdlich mit den Ingenieuren der Fabrik zusammengearbeitet, um dieses neue Modell zu entwickeln. Viele Motorkomponenten wurden aktualisiert, um dem neuen Werksmodell ein verbessertes Ansprechverhalten und eine verbesserte Leistungsabgabe zu bieten. Der neue Zylinderkopf ist eine dieser Komponenten, die für 2021 über eine neu gestaltete Brennkammer verfügt, um eine verbesserte Verbrennung zu gewährleisten. Das Drosselklappengehäuse wurde ebenfalls verbessert, um dem Fahrer eine noch progressivere und präzisere Gasannahme zu bieten.

Die Trocken- und Nassmappings des Motorrads wurden ebenfalls aktualisiert, um unter allen Bedingungen eine noch bessere Traktion und Kraftübertragung zu bieten. Der Mappingschalter befindet sich jetzt auch auf der Airbox-Abdeckung, sodass der Fahrer unterwegs einfach und schnell zwischen den Mappings wechseln kann. Ein neues Ansaugrohr sorgt für eine bessere Abdichtung zwischen Airbox und Drosselklappengehäuse und hält Wasser und Staub fern. Für 2021 besteht das Auspuffrohr dieses Werksmodells aus Edelstahl. In Harmonie mit diesen Motorverbesserungen bietet die neue Vertical Works eine Reihe hochwertiger und einstellbarer Komponenten, die allen Fahrern helfen, die maximale Leistung aus dem Modell 2021 herauszuholen.

Das Motorrad ist mit den voll einstellbaren Tech Alu Black-Vorderradgabeln und dem Reiger-Stoßdämpfer ausgestattet, der in Bezug auf Druck, Zugstufe und Federvorspannung einstellbar ist. Diese hochwertigen Fahrwerkskomponenten in Verbindung mit dem innovativen und exklusiven Multitubular-Rahmen Vertigo CrMo, der für 2021 in traditionellem Vertigo-Grün gehalten ist, tragen dazu bei, dass Vertigo in Bezug auf Gleichgewicht, Manövrierfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Motorrads eine Klasse für sich ist. Finden Sie heraus, dass alles wichtig ist für Traktion in allen Bedingungen im Gelände.

Das ikonische Grün von Vertigo ist auch wieder die Hauptfarbe in der Grafik des Motorrads. Die Kombination mit Schwarz und Weiß bietet eine atemberaubende Kombination, um dem Motorrad ein aggressives und modernes Gesamtbild zu verleihen. Die Liebe zum Detail ist das, worum es bei Vertigo-Motoren geht, und das Modell 2021 Works ist keine Ausnahme mit vielen detaillierten und hochwertigen grün eloxierten Komponenten wie den neuen gefrästen Naben, die diesem sehr attraktiven neuen Motorrad einen zusätzlichen Hauch von Klasse verleihen.

 

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Hauptmerkmale des 2021 Vertical

MOTOR-HAUPTMERKMALE

  • Kapazitäten: 125 ccm, 200 ccm, 250 ccm, 280 ccm, 300 ccm
  • Überarbeiteter Zylinderkopf zur Verbesserung der Verbrennung
  • Drosselklappengehäuse mit progressiverer Reaktion
  • Neue spezifische Mappings für die Vertikal 2021 (trockene und nasse Bedingungen)
  • Auspuffrohr aus Edelstahl
  • Neues Induktionsrohr für eine bessere Abdichtung zwischen Airbox und Drosselklappengehäuse

HAUPTMERKMALE DES FAHRGESTELLS

  • CrMo Multitubularrahmen in Vertigos klassischem Grün
  • Einstellbare Tech Alu Black Vorderradgabel
  • Reiger Stoßdämpfer einstellbar in Ausdehnung, Kompression und Federvorspannung
  • Neue Radkonfiguration mit eloxierten grünen Naben und schwarzen Felgen
  • Dunlop D803GP Reifen
  • 2021 Works-Grafiken
  • Vertigo Lenker
  • Vertigo Lenker Pad
  • FIM-homologiertes magnetisches Kill-Switch-System
  • Eloxierte grüne und schwarze Details
  • Gewicht 68kg

 

Vertical Works Modelle des Jahres 2020

AIles reingepackt für das neue Jahrzehnt haben die Vertigo-Mannen in ihre Vertical Works-Modelle des Jahres 2020. Dank serienmäßig verbautem Magnet-Notaus mit Reißleine, FIM-konformer hinterer Bremsscheibe, geschlossenem Kettenblatt, voll einstellbaren Federelementen, Monoblock-Bremszange am Vorderrad und CNC-gefrästen Naben, darf man sich da wie ein „all inclusive" Reisender fühlen. Denn all das was man für Wettbewerbseinsätze benötigt ist bereits inbegriffen, nichts kommt noch extra oben drauf. So erklären sich dann auch die Einstandspreise für die Vertigo Trialmaschinen, die vergleich-bar sind mit Racing- oder Factory-Modellen anderer Anbieter.

Doch die Spanier haben sich nicht etwa an der Reisebranche bei ihrer Modell- und Preisgestaltung orientiert. Sie versuchen sich damit vielmehr ganz bewusst von den anderen Marken im Trialbereich abzuheben. Denn Vertigo möchte beim Preiskampf um die günstigste Trialmaschine nicht mitmachen, sondern sich vielmehr als Premium-Anbieter hervortun. Und das ist auch gerechtfertigt angesichts des technischen Anspruchs, den diese fortschrittliche Trialmaschine mitbringt. Denn die Vertical grenzt sich mit einigen Besonderheiten von den restlichen Trialmaschinen auf dem Markt ab, die da wären: elektronische Kraftstoffeinspritzung am Zweitaktmotor, elektrische Wasserpumpe, massen-zentralisierende Tankposition, hoher Ansaugpunkt von sauberer, sowie kühler Ansaugluft, einem Verbundrahmen aus Aluminium und Stahl-Gitterrohr und einem Sechsgang-Getriebe mit vier sektionstauglichen Gängen. Dazu gesellen sich viele schöne Eloxal-Details wie Gabelbrücken, seitliche Rahmenzüge, Zylinder-kopf, Naben und diverser Kleinteile mehr, sowie ein sehr praktischer Tank aus durchsichtigem Kunststoff.

Vertigo Testtag 2020 444

Aber der neue Vertigo-Jahrgang bringt eine weitere Besonderheit mit sich, wie bereits in der Vorstellung der 2020er Verticals im November-Heft Nr. 524 auf den Seiten 14-15 angekündigt. Denn neben den bisherigen Hubraumvarianten 125, 250, 300 gibt es die neuesten Verticals nun auch als 280er und man höre und staune sogar als 200er. Zwar werden die neuen Hubraumvarianten nur ohne Homologation angeboten, sind also nicht Straßen-Zulassungsfähig, doch immerhin ist das seit langem mal wieder eine interessante Neuigkeit. Zumindest was die neue 200er angeht, denn die 280er Variante kennt man von Gasgas schon lange und auch TRS hat sie im Programm. Eine echte Innovation ist jedoch auch der neue 200er Hubraum von Vertigo nicht, denn vor einigen Jahren gab es ihn in dieser Form ebenfalls schon bei Gasgas und damals auch von Sherco. Doch keine der beiden Marken hat diese heute noch im Programm und mittlerweile in Vergessenheit geraten ist zumindest hierzulande die 200er Beta, denn sie wird in Deutschland schon seit ein paar Jahren nicht mehr verkauft. Es gibt sie aber nach wie vor im Katalog der Italiener, zum Beispiel für den Britischen Markt.

Insofern kann man die neue 200er Vertigo also durchaus wieder als Neuigkeit wahrnehmen. Wer nach dem Sinn dieses „downsizings" fragt, bekommt die Antwort im Motorenlayout bzw. genauer gesagt im Hub des Kolbens geliefert. Denn während übliche Trial-Viertelliter Aggregate 60mm Hub aufweisen, baut die neue Vertigo 200 auf dem Hub der 125er mit 54,5mm auf. Und weniger Kolbenhub benötigt weniger Schwungmasse an der Kurbelwelle, und das wiederum bedeutet geringere rotierende Massen, wovon die Manövrierfähigkeit profitiert. Mit der 200er Hubraumvariante versucht Vertigo also die Brücke zwischen der Handlichkeit einer 125er und der Leistung einer 250er zu schlagen. Wie gut das den Vertigo-Ingenieuren gelungen ist haben wir versucht in diesem Fahrtest herauszufinden. Dazu begaben wir uns ins Trialgelände des AC Bensheim, wo wir Dank des ausgesprochen tatkräftigen Engagements des neuen Vertigo-Händlers Maximum Bergstraße, namentlich Frank Schuchmann, die Gelegenheit bekamen, neben der neuen 200er Vertigo auch alle an-deren Hubraumvarianten der Vertical fahren zu können.

Hubraumübergreifend ist allen Verticals gemein, dass sie sich im Fahrverhalten in Bezug auf Handling und Gleichgewicht positiv von anderen Trialmaschinen abheben. Hier macht sich die schwerpunktgünstig niedrige Einbaulage des Tanks bemerkbar, aufgrund derer die Fahrstabilität wie auch die Traktion am Hinterrad durchaus spürbar gewinnen. Zu bemerken war auch, dass das Standgas von 1400 U/min. im Vergleich zu Vergaser-Motoren minimal höher ist, was zunächst akustisch ungewohnt, aber in Sektionen kein Nachteil ist.

VERTICAL WORKS 125

Die 125er Vertigo ist mit ihrer weichen Gasannahme in niedrigen Drehzahlen sehr gut für jugendliche Neueinsteiger oder Anfänger geeignet. Sie ist „unten rum" nicht aggressiv und lässt sich auch ohne Kupplungseinsatz noch problemlos um enge Kehren oder über kleinere Hindernisse fahren. Auch bietet sie erstaunlich viel Drehmoment für ein Achtelliter-Aggregat, sodass sie selbst im zweiten Gang noch ganz passabel aus dem Drehzahlkeller zieht und selbst im Dritten nicht allzu schnell in die Knie geht. Doch natürlich kommt auch hier mehr Leistung erst mit zunehmender Drehzahl, wie es typisch für 125er ist. Oben raus wird die kleinste Vertical dann richtig lebhaft und summt wespenhaft selbst über ausgewachsene Stufen. Im Vergleich zur 125er TRS Doppel-R, welche ich für den Fahrbericht im Januar-Heft erst kürzlich gefahren bin, würde ich aber sagen, dass die Vertigo in dieser Standard-Ausführung etwas weniger Spitzenleistung hat. Doch es liegt auf der Hand, warum sie eher auf einfache Fahrbarkeit für Einsteiger hin getrimmt wurde, als auf maximale Leistung für Top-Fahrer. Denn es folgt von Vertigo ja in Kürze die R2-Generation, die dann mutmaßlich eher für 125er Topfahrer ausgelegt und mehr auf Spitzenleistung hin programmiert sein wird.

VERTICAL WORKS 200

Stehen gleich fünf nahezu identische Trialmaschinen neben einander, muss man schon zweimal hinschauen, um die passende Hubraumvariante zu treffen. Die 200er erkennt man leicht daran, dass sie einen ebenso kleinen Zylinder hat wie die 125er und demzufolge auch deren obere Motorhalterung am Zylinder. Sie ist nicht so schön rot eloxiert, wie das an den größeren Schwestern der Fall ist, sondern einfach schwarz. Wie gesagt ist die Motorhalterung am Zylinder dem kleineren Zylinder geschuldet, der an den beiden kleinen Verticals mit dem 54,5er Hub zum Einsatz kommt. Auf der Testfahrt mit der neuen Hubraumvariante 200 lag mein Hauptaugenmerk an diesem Tag in Bensheim, denn dabei handelt es sich ja schließlich um den bemerkenswertesten Neuzugang in der Vertical Modellpalette. Es galt für mich zu klären, wie sich deren 50 cm3 mehr Hubraum aus 10 mm mehr Bohrung gegenüber der 125er auswirken würden. Beziehungs-weise dann auch wiederum, mit Blick auf die 250er Vertical, wie sich 73 cm3 weniger Hubraum aus 8,5 mm weniger Bohrung und 5,5 mm geringerem Hub bemerkbar machen.

Vertigo-Tester Hans Greiner zu den neuen Vertigomodellen

Zunächst war ich zugegebenermaßen doch ziemlich überrascht, wie spritzig und drehfreudig der 200er Motor zur Sache geht. Er hängt sehr direkt am Gas und beantwortet jeden Dreh am Gasgriff mit einem fast schon peitschenhiebartigen Vorwärtsschnalzen. Keine Spur von Trägheit oder gar Lethargie, im Gegenteil, der Motor wirkt anfangs regelrecht nervös und fordert das rechte Handgelenk immer wieder zum neckischen Zupfen am Gasgriff heraus. So kommt man ganz automatisch in höhere Drehzahlregionen und stellt schnell fest, dass sie auch sehr drehfreudig ist und in höheren Drehzahlen noch bissiger wird. Die 200er geht oben raus richtig gut und überrascht dann mit einer Explosivität, wie man sie einem Motor mit nur 175 cm3 nicht unbedingt zutrauen würde. So lassen sich Stufen aus dem Stand völlig problemlos im dritten Gang angehen, ja selbst im Vierten schiebt die Kleine Ross und Reiter noch beindruckend vorwärts, denn die Leistung bricht nicht so schnell ein wenn die Drehzahl zurück geht, wie es im Vergleich dazu bei 125ern passiert. Doch hierfür sind natürlich hohe Drehzahlen erforderlich, aber aufgrund der Explosivität des Aggregats sind diese schnell erreicht, so dass man nicht das Gefühl hat, vor Stufen übertrieben lange mit gezogener Kupplung „stehen lassen" zu müssen.

Vertigo Test2020


Trotz ihrer Agilität bleibt die 200er Vertical aber auch in langsam gefahrenen Kehren-Sektionen gut fahrbar und man hat nicht das Gefühl keinen runden Strich hinzubekommen. Denn sie ist zwar durchaus etwas nervös am Gas aber der Leistungsschub setzt, aufgrund des niedrigeren Drehmoments im Vergleich zur Viertelliter-Variante, doch nicht gleich so stark ein. Daher ist es einfacher mit der 200er die Geschwindigkeit in Sektionen zu kontrollieren und niedrig zu halten, sodass man das Gefühl hat, minimal mehr Zeit zwischen den Hindernissen oder Kehren zu haben als mit den größeren Schwestern. Im Gegensatz zu der in den werksseitig von Vertigo herausgegebenen technischen Daten angegebenen Übersetzung war unsere 200er Vertical dieses Tests übrigens nicht, wie dort angegeben, mit 9/48 übersetzt, wie die 125er, sondern wie die größeren Schwestern mit 10/42.


Sehr gut gefallen an der neuen 200er Vertigo hat mir, dass sie kein müder Bock ist, sondern spritzig und agil und durch gezielte kleine Gasstöße sehr modern fahrbar. Das ist sehr kurzweilig und birgt einen hohen Lernfaktor für die Gashand, weil man den behutsamen und kontrollierten Gaseinsatz damit sehr gut lernen, dennoch aber den Spaß am lustvollen und beherzten Gasaufziehen aufgrund der geringeren Motorleistung im Vergleich zur 250er voll auskosten kann. Damit ist die 200er nicht nur ein tolles Schulungsmotorrad sondern auch gut geeignet für leichte Erwachsene. Denn sie profitieren gegenüber 125ern vom gesteigerten Drehmoment, das angesichts des Hubraum-Plus von 50 m3 anliegt. Selbst im dritten Gang zieht die Kleine noch aus Kehren am Hang raus und schafft es zu beschleunigen. Dass der Motor dabei nicht allzu früh den Dienst quittiert, dürfte an den Vorteilen der elektronischen Einspritzung liegen. So ist es also trotz der ausgesprochenen Lebhaftigkeit der 200er dennoch möglich mit dem Neuzugang in der Vertigo Modellpalette in niedrigen Drehzahlen durch leichte Sektionen zu tuckern. Doch wer ihr die Sporen gibt, kann ebenso problemlos höhere Anforderungen im Clubsport mit ihr bezwingen.

Die Brücke zwischen 125er und 250er ist mit der 200er Vertigo also deutlich weiter gewachsen, als ich das von den früheren 175ern mit Vergaser von Gasgas oder Sherco her kannte. Hier wird deutlich, dass die elektronische Einspritzung einfach erweiterte Abstimmungsmöglichkeiten gegenüber Vergasern mit sich bringt. So ist die Leistung der neuen 200er in hohen Drehzahlen absolut beeindruckend und auch das Drehmoment zumindest erstaunlich. Ich persönlich begrüße diesen neuen Gegenpol von mehr Handlichkeit und Fahrbarkeit in der neuen 200er Vertigo in der allgemeinen Entwicklung zu immer mehr Hubraum und Leistung, auch wenn man natürlich noch nicht von einer Trendwende sprechen kann.

Aber hat die Vertical 200 überhaupt das Zeug dazu eine Trendwende einzuläuten? Eindeutig nein, nicht mit 175 cm3, dafür ist das Leistungsdefizit zur 250er einfach zu groß. Denn für das ganz große Wow-Gefühl fehlt dem Antrieb doch etwas mehr Druck aus dem Drehzahlkeller, auch wenn Fahrbarkeit und Handlichkeit letztlich überzeugen können. Als drehmomentstärkere 225er (mit Bohrung von 250er beim Hub der 125er) aber vielleicht schon, denn dann könnte es gelingen, den beschriebenen Handling-Vorteil mit angemessener Motorleistung zu kombinieren. Doch das hätte weitreichende Modifikationen am Motorgehäuse und der Kurbelwelle bedingt, was längst nicht so einfach realisierbar gewesen wäre als die jetzige Variante. So aber ist die neue 200er Vertigo leider nur für leichtgewichtige Trialfahrerinnen und -Fahrer eine sehr gute Wahl, denn für alle anderen mangelt es der 200er etwas an Souveränität.

 

 

VERTICAL WORKS 250

Exakt diese Souveränität vermittelt nach dem Wechsel zur 250er deren Antrieb. Er hat einfach spürbar mehr Druck in allen Lebenslagen als die neue 200er, die im direkten Vergleich dazu dann doch etwas schmalbrüstig daher kommt. So fällt das Drehzahlniveau auf der 250er wie von selbst niedriger aus, weil mehr Kraft aus dem Drehzahlkeller bereit steht. Das führt zu einem vertrauten Fahrgefühl und zeigt, dass die 200er doch etwas satter von unten raus anschieben dürfte. Doch dieses mehr an „Punsch" führt auf der 250er auch dazu, dass man leicht schneller als gewollt zwischen den Hindernissen wird, sodass in diesem Punkt deutlich mehr Gaskontrolle durch den Fahrer nötig ist und er exakter das Gas dosieren muss als mit der 200er. Dabei ist auch der Viertelliter-Motor sehr agil, direkt und somit modern fahrbar, sowie oben raus richtig leistungsstark — die TR2-Klasse der WM lässt grüßen. So groß wie der Unterschied in der Motorleistung ist, fällt der Unterschied im Handling beider Hubraumvarianten zwar nicht aus, doch nach dem Umstieg merkt man dennoch sofort, dass in der 250er eine mächtigere Kurbelwelle rotiert. Sie möchte mit mehr Nachdruck auf den Fußrasten zu Richtungswechseln bewegt werden und fühlt sich insgesamt auch behäbiger an als die neue 200er. In diesem Punkt wird der Reiz des „downsizings" vom 60 mm Hub auf den kleineren 54,5 mm Hub wieder klar erkennbar. Doch insgesamt ist die 250er mit ihrem trialtypischeren Antrieb das stimmigere Konzept und wird die Konkurrenz von unten in Form der neuen 200er nicht fürchten müssen.

VERTICAL WORKS 280

Nach dem Umstieg auf die ebenfalls neue 280er Hubraumvariante im Hause Vertigo glaubt man zunächst einen schwächeren Motor zu fahren, denn er ist eindeutig „weicher" als jener der 250er. Doch an Hängen und an fetten Stufen erweist sich das als Trugschluss, der sich nur aufgrund der sanfteren Motor-charakteristik einstellt. Ihr Hubraumplus macht sich in mehr Drehmoment bemerkbar, was aber auf Kosten der Drehfreude und Lebendigkeit geht, was ich als nicht ganz so „modernes" Fahrgefühl empfinde. Ihr Leistungsplus ist daher nur an wirklich hohen Stufen von Vorteil gegenüber der 250er, überall dazwischen würde ich ihre Motorcharakteristik eher bereits sogar als Nachteil für normalgewichtige Fahrer werten. Sinnvoll mag die 280er hingegen für Fahrer sein, die viel Gewicht auf die Waage bringen oder eine traktormäßige, klassische Leistungs-entfaltung bevorzugen, sowie für all jene, die einen Kompromiss zwischen 250er und 300er suchen. Für moderne Sektionen auf künstlichen Trialgeländen, wie sie hierzulande ja überwiegend auftreten, halte ich den 250er Motor jedoch für den aktuelleren Antrieb.

VERTICAL WORKS 300

Es ist nicht bloß eine Schippe mehr, welche das Topmodell Vertical 300 drauf legt. Es sind gleich einige Schippen, wenn nicht sogar gleich eine ganze Schubkarre voll. Im Test handelte es sich um keine 2020er sondern um ein 2019er R-Modell, das 360 Gramm mehr Schwungmasse, mehr Verdichtung und daran angepasste Mappings mitbringt. Sie ist von der Motorleistung und vor allem Motorcharakteristik eigentlich gar nicht vergleichbar mit den kleineren Familienangehörigen. Mit ihrer höheren Schwungmasse ist sie auch eindeutig für die Nonstop-Wertung und Sektionen mit ordentlichen Höhenunterschieden konzipiert. Ihr Antrieb generiert, den Fahrer in jeder Beziehung extrem fordernde, Hammer-Leistung, die demjenigen der sie bändigen kann sicher extrem viel Spaß bringt und ermöglicht, sich an WM-Hindernissen zu versuchen. Doch mich überfordert diese enorme Motorpower fahrerisch wie auch konditionell schlichtweg völlig. Die 300R ist in Sektionen ein Wolf im Wolfspelz mit hoch-gezogenen Lefzen, deren Zähne und Angriffslust zumindest für Anfänger durchaus furchteinflößend sein sollten.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die Leistung der fünf verschiedenen Hubraumvarianten mit zunehmendem Hubraum ebenfalls zunimmt. Doch deshalb einfach generell zur höchsten Hub-raumvariante zu greifen, „um Reserven zu haben", wie das nicht selten hörbar ist, macht schlicht keinen Sinn. Denn was an Stufen toll ist, wird in Sektionen schnell kräftezehrend, fördert Fehler und kann sogar gefährlich werden — was die nass-rutschigen Fahrbedingungen am Tag meiner Testfahrten einmal mehr deutlich erkennen ließen. Angesichts von nun fünf Hubräumen der Vertigo Vertical Works-Modelle könnte man auf die Idee kommen, jeder der fünf Klassen im Clubsport einen Hubraum zuzuordnen zur Orientierung bei der Auswahl. Doch das wäre zu einfach, denn die Entscheidung hängt nicht allein vom Fahrkönnen ab, sondern auch von Gewicht, Alter, Charakter und natürlich auch eigenen Vorlieben. Deshalb empfehle ich wie immer den Händler seines Vertrauens aufzusuchen und bei einer ausführlichen Testfahrt die für sich beste Hubraumvariante sprichwörtlich zu erfahren. Meiner Meinung nach der beste Kompromiss für die meisten Fahrer im Clubsport ist nach wie vor die 250er Variante, doch Fahrer, die bis ca. 60-65 kg wiegen, sollten die neue 200er ernsthaft testen.

 

Beim „all inclusive" Angebot von Vertigo mit den 2020er Vertical Works-Modellen stellt sich die Frage, was Vertigo für die R2-Modelle noch alles an Extras draufpacken wird. Vielleicht das Wifi-Modul, mittels dessen man seine Vertigo über eine Handy-App ganz ohne schmutzige Hände und mit direkter Rückmeldung personalisieren kann? Unwahrscheinlich, doch das Elektronik-Feature braucht man ehrlich gesagt auch gar nicht zwingend, auch wenn es für Technik-Füchse eine sinnvolle Sache ist, mit dem man die heutigen Möglichkeiten der elektronischen Einspritzung ausschöpfen kann. Denn genau diesen Vorteil bietet die elektronische Einspritzung gegenüber der Gemischbildung mit Vergaser ja, dass man eben nicht mehr den Schwimmerstand einstellen und ständig Düsen tauschen oder zumindest an der Luftregulierschraube nachjustieren muss.

Dank der modernen Einspritzelektronik der Vertigo kann man sie einfach antreten und sich dann voll und ganz aufs Fahren konzentrieren, denn für stets bestmöglichen Motorlauf sorgt ihre Regeltechnik ganz von selbst. Und das funktioniert so überzeugend, dass man Vergasermotoren nicht nachweint. Zu den hier gefahrenen Vertical Works-Modellen kommen 2020 noch im März die neuen R2-Modelle hinzu, sowie ab Mai eine neue Dougie Lampkin Replika und im Juni dann die Jaime Busto Replika. Vertigo bringt also eine Fülle an unterschiedlichen Modellen, die sich nicht nur in der Ausstattung sondern auch in der Charakteristik stark voneinander unterscheiden werden. So soll für jeden, vom Fahranfänger bis zum Profi, ein Modell dabei sein, das speziell für seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Noch eine Besonderheit der Marke Vertigo.

(Bericht "TRIALSPORT Ausgabe 528 März 2020  www.trialsport.de)

 
 

NEUE DOUGIE LAMPKIN REPLICA 2020

Vertigo Motors ist stolz darauf, die neue, limitierte Vertigo-Dougie Lampkin Replica 2020 zu präsentieren. Dieses neue DL-Replikat ist in den Größen 250, 280 und 300 ccm erhältlich und wurde sowohl intern als auch extern umfassend überarbeitet.

DL Replika 2020

Jetzt, im dritten Jahr, ist dieses Modell die direkte Weiterentwicklung seiner bereits äußerst erfolgreichen Vorgänger. Diese neue Dougie Lampkin-Replik profitiert von einem ganzen Jahr technischer Fortschritte und Entwicklungen nach dem Feedback von Dougies großem Wissens- und Erfahrungsschatz, der beim Gewinn seiner 12 World Tittles gesammelt wurde. Zusätzlich können wir seine 4 direkten Siege bei der SSDT und anderen prestigeträchtigen hinzufügen Veranstaltungen wie der Scott Trial finden immer an Bord einer Vertigo statt. All diese unübertroffene Erfahrung und Expertise floss direkt in das Design und den Bau dieses neuen DL-Replikats ein.

Dougie hat endlose Stunden damit verbracht, sehr eng mit unserem Team von Ingenieuren in der Fabrik zusammenzuarbeiten und das Fahrrad intensiv zu testen und zu verfeinern. Dies hat es uns ermöglicht, das bisher reaktionsschnellste, agilste, reibungsloseste und raffinierteste DL-Replikat zu erstellen. Das Fahrrad ist in jeder Hinsicht eine echte Nachbildung, da alle persönlichen Vorlieben von Dougie in Bezug auf Rahmen- und Aufhängungsgeometrie, Kraftübertragung und Karteneinstellungen in dieses neueste Modell integriert wurden. Neben all diesen persönlichen Einstellungen ist das Fahrrad mit einer Fülle von High-End-Rennkomponenten ausgestattet.

Die neuen Tech Factory-Gabeln in Kombination mit dem mehrfach einstellbaren 3-Wege-Reiger-Dämpfer bieten dem Fahrer ein äußerst sanftes und reaktionsfreudiges Feedback und ermöglichen es jedem Fahrer, die Federung je nach individuellem Fahrstil weiter zu optimieren.

Die neue Airbox für 2020 ist ein komplett neues Design, das dazu beiträgt, die Motorleistung erheblich zu steigern. Es ist auch viel steifer und schlanker als das Vorgängermodell, was dem Fahrrad ein schlankeres und aggressiveres Aussehen verleiht. Ebenfalls neu für 2020 ist der Ladeluftkühler, der dazu beiträgt, den Motor auf seiner optimalen Betriebstemperatur zu halten. Dougies persönliche Vorlieben in Bezug auf das Drosselklappengehäuse und das Schwungradgewicht von 366 g gewährleisten eine äußerst reibungslose und kontrollierbare Leistungsabgabe.

Der Titan-Auspuff ist ein weiteres charakteristisches Merkmal dieses Modells. Und natürlich waren die Renthal-Lenker immer Dougies persönliche Wahl des Lenkers.

Ein jetzt in der Airbox integrierter Kartenschalter mit zwei Positionen ermöglicht es dem Fahrer, einfach und sofort zwischen den beiden vielseitigsten persönlichen Karten von Dougie zu wechseln.

Die bearbeitete, rot eloxierte Felge mit schwarz eloxierten Knüppelnaben und Gabelbrücken verleiht dem Fahrrad einen unverwechselbaren Rennlook und hebt es von anderen Modellen ab.

Die Schutzvorrichtungen des Kohlefaser-Motorgehäuses sowie der Schutz gefährdeter Teile des Motors tragen zum Werks-Look dieses Fahrrads bei.

Der Rahmen profitiert von der Verstärkung der Schlüsselbereiche und ist in einem edlen schwarzen Finish ausgeführt.

Die neuen Grafiken in Weiß, Rot, Schwarz und Grün verleihen dem Fahrrad ein frisches und einzigartiges Aussehen und bleiben gleichzeitig dem traditionellen Farbschema von Vertigo Motors treu.

In vielen Bereichen des Fahrrads finden Sie auch Dougies persönliches Logo mit seiner eigenen Signatur, die auf der neuen Airbox gut sichtbar ist. Und SSDT-Siege am hinteren Kotflügel.

Und um das Ganze abzurunden und niemanden im Zweifel zu lassen, um welches Replik-Fahrrad es sich handelt, wird jede Dougie Lampkin-Replik mit einer eigenen gravierten Metallplatte in limitierter Auflage geliefert.

Die Vertigo Factory wird nur 75 exklusive Einheiten für den weltweiten Vertrieb produzieren. Daher ist dieses Modell ein echtes Limited Edition-Fahrrad, das nur wenige glückliche Menschen weltweit besitzen können.

DOUGIE LAMPKIN REPLICA HAUPTMERKMALE

  • Neue Airbox und Twin Air-Filter: Durch die vollständige Neugestaltung der Airbox kann die Motorleistung erheblich gesteigert werden.
  • DL-Drosselklappenstutzen: Dougies persönliche Wahl sorgt für eine äußerst gleichmäßige und präzise Gasannahme.
  • Neuer Titan-Auspuff: Steigert die Motorleistung und das Ansprechverhalten und spart 235 g gegenüber dem Standard.
  • Schwungrad-Gewichtssatz 366g: Ermöglicht eine noch gleichmäßigere und kontrollierte Kraftübertragung des Fahrrads, wodurch Antrieb und Traktion optimiert werden.
  • Schutzbleche aus Kohlefaser-Motorgehäusen: Zusätzlicher Schutz für die Motorgehäuse, während der gesamte Rennlook des Fahrrads verbessert wird.
  • Ladeluftkühler in rot eloxiertem Finish: Hilft, den Motor auf der optimalen Temperatur laufen zu lassen.
  • Neues Spezifikations-Mapping für 2020 DL Replica: Bietet zusammen mit anderen Motor-Upgrades + 4 PS und 10% mehr Drehmoment.
  • Neue Position des Mapping-Schalters: Jetzt in die Airbox-Abdeckung integriert. Dadurch kann der Fahrer problemlos zwischen den Karten wechseln.
  • Tech Factory-Gabeln: Geben Sie dem Fahrer maximale Präzision und reaktionsschnelles Feedback.
  • Reiger 3-Wege-Stoßdämpfer hinten: Bietet einen reibungslosen und kontrollierten Federweg sowie verbesserte Traktion und Stabilität.
  • Vertigo Design Fußrasten: In eloxiertem Schwarz mit rutschfesten Stahlstiften.
  • Rot eloxierte Kupplungs- und Bremseinsteller: Sofort feines Tu zulassen